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Kali

ist eine alte philippinische Kampfkunst. Das System orientiert sich an zweckmäßiger Selbstverteidigung mit "offenen" Händen, sowie bewaffnet mit Stöcken, Messern oder handlichen Gegenständen.

Der Begriff Kali umfasst die philippinischen Kampfkünste, welche auch als Escrima oder Arnis bezeichnet werden. Diese bestehen aus Techniken, welche erst mit Macheten, Messern oder hauptsächlich zwei Stöcken gelehrt werden. Später trainiert man diese allerdings waffenlos, da die Prinzipien des philippinischen Kampfes mit oder ohne Waffen identisch sind.

Da die Philippinos bis weit ins zwanzigste Jahrhundert ständig in kriegerische Handlungen verwickelt waren, wurde immer großer Wert auf absolute Effektivität gelegt. Chinesen, Araber, Spanier, Amerikaner und Japaner versuchten Jahrhunderte lang die Kontrolle über die strategisch und handelstechnisch wichtigen Inselgruppen zu erlangen. Allerdings mit eher bescheidenem Erfolg, denn die undurchdringlichen Dschungel machten einen Einsatz mit konventionellen Waffen zunichte. Zu schnell, zu agil waren die Guerilla-artigen Angriffe leichtbewaffneter Schwadronen philippinischer Freiheitskämpfer. So erkannten die vermeintlichen Besatzer, dass lediglich ein Kampf gegen die Philippinos mit ihren eigenen Waffen d.h. verfeindeten Clans, möglich war. Keine Waffe, Rüstung oder Kampfsystem konnte sich auf kurze Distanz mit einem in Kali ausgebildeten Philippino messen. So brachten ausländische Besatzungsmächte allenfalls Küstenstreifen unter ihre Kontrolle. Der ständige Einfluss aggressiver Invasoren und derer Waffentechnologien sowie Kampftechniken wurde beständig von den Philippinen in ihre eigenen Techniken integriert und ausgebaut. Während zahlreicher internationaler Konflikte waren philippinische Söldner stets geachtet, mehr noch gefürchtet. Während der spanischen Besatzung wurde Kali (damals als Arnis = Rüstung bezeichnet) sogar offiziell verboten, was die Philippos allerdings kaum davon abhielt ihre Techniken im Geheimen weiter zu praktizieren. Seit jeher wurden die einzelnen Techniken nur mündlich vom Vater auf den Sohn vererbt, bzw. vom Meister an den für würdig befundenen Schüler. So tarnte man also die tödlichen Techniken als rituelle Tänze und ironischerweise erfreuten sich spanische Adlige an den harmlos anmutenden Tanzdarbietungen, welche sie ja eigentlich verbieten wollten. Desweiteren wurde natürlich im Verborgenen trainiert an entlegenen Orten oder gar Nachts im Mondschein. Deswegen finden wir auch den Vollmond in einigen Wappen unterschiedlicher Kali-Stile.

Im letzten Jahrhundert begann eine Emigrationswelle von den Philippinen in die U.S.A., genauer gesagt, nach Kalifornien. Viele exzellente Kali Meister trainierten dort jedoch ausschließlich ihre Landsleute . Erstmals nach vielen Jahrhunderten begann ein neuer Austausch von ehemals verfeindeten Clans und ein neues Gemeinschaftsgefühl der Philippinen erwuchs in der neuen Welt. Alte Fehden wurden beigelegt. Ein besonders talentierter, aufgeweckter junger Mann erregte die Aufmerksamkeit der neuen Kali Gemeinschaft: Dan Inosanto!

Dan hatte die Möglichkeit bei vielen der herausragendsten Meister unterschiedlichster Stile ein einzigartiges Wissen um die philippinischen Kampfkünste aufzubauen und kann heute selbst als der Vertreter des Kali in den U.S.A. bezeichnet werden.